“Eishockey ist wie Politik”

“Eishockey ist wie Politik”

Da Neue Luzerner Zeitung – Kari Kälin.

Als Hockeyspieler stiess er rasch an seine Grenzen. Dafür kommt Norman Gobbi vielleicht bald zu Bundesratsweihen. Der Tessiner erklärt, weshalb dies für seinen Kanton so wichtig wäre.

Norman Gobbi, Sie spielten bei den Junioren des Hockeyclubs Ambrì-Piotta …

Norman Gobbi: … ohne grossen sportlichen Erfolg. Mein Bruder Egon hingegen wurde Schweizer Meister bei den Elite- Junioren. Und mein Cousin John Gobbi ist heute Captain des HC Lausanne.

Haben Sie als Kind davon geträumt, in der Valascia vor vollen Rängen als Ambri-Spieler aufzulaufen?

Gobbi: Das tut jedes Kind, das in der Leventina mit Eishockey beginnt. Ich wusste schon früh, dass ich kein grosser Hockeyspieler würde. Ich habe mich deshalb an anderen Fronten engagiert.

Nämlich?

Gobbi: In verschiedenen Vereinen. Ich habe zum Beispiel als 16-Jähriger Risotto für den Fasnachtsverein gekocht oder engagierte mich in Turn- und Schützenvereinen. Mit 14 Jahren wurde ich Hockeyschiedsrichter. Davon habe ich stark profitiert. Ich musste mich schon als Teenager gegen erwachsene Spieler behaupten und lernte nebenbei Deutsch.

Helfen Eigenschaften aus dem Eishockey für Ihre jetzige Tätigkeit?

Gobbi: Eishockey ist ein bisschen wie die Politik. Wenn man politische Bodychecks austeilen will, muss man auch Kritik einstecken können. Das ist Teil des Spiels.

Für die Bundesratswahlen vom übernächsten Mittwoch, quasi die Playoffs, tragen Sie nun plötzlich ein SVPTrikot. War das die Idee der SVP Schweiz, oder haben Sie Toni Brunner angerufen und sich selber ins Spiel gebracht?

Gobbi: Die SVP Schweiz hat mich kontaktiert. Es half sicher, dass ich 2010 ein Jahr als Lega-Nationalrat der SVP-Fraktion angehörte. Die SVP weiss, dass ich ihre Werte –Unabhängigkeit, Freiheit und Sicherheit – teile. Die Lega dei Ticinesi und die SVP haben sich auf meine Bundesratskandidatur verständigt.

Ist Ihr Transfer zur SVP zwecks Förderung der eigenen politischen Karriere nicht ganz einfach opportunistisch?

Gobbi: Wenn ich in Schwyz anstatt Faidogeboren worden wäre, in welcher Partei wäre ich wohl? Natürlich in der SVP. Damit erübrigt sich Ihre Frage. Ich bin der Lega beigetreten, weil sie 1992 als einzige politische Formation im Kanton Tessin den Beitritt zum EWR ablehnte.

Wollten Sie schon immer Bundesrat werden?

Gobbi: Als Kind wollte ich Koch oder Diplomat werden. Ich habe mich aber schon früh auf verschiedene Art für das Gemeinwohl eingesetzt. Ich verstehe es als Aufgabe, mich für die Gemeinschaft einzusetzen. In der Schweiz sind die Bürger der Staat, der Staat ist den Bürgern nicht fremd. Dieses Motto habe ich verinnerlicht.

Die Lega-Zeitung «Mattino della Domenica» hat Sie schon in Superman-Kleidern («SuperNorman») auf der Frontseite präsentiert, während sie zum Beispiel Bundesräte scharf attackiert. Der Nachname von Eveline Widmer-Schlumpf wird wörtlich übersetzt («Widmer-Puffo»). Ihr Kommentar?

Gobbi: Das gefällt mir nicht. Das widerspiegelt nicht meinen Kommunikationsstil. Ich werde ennet des Gotthards geschätzt,weil ich klare Positionen vertrete, durchaus harte Kritik formuliere, dies aber mit Respekt mache und letztlich pragmatisch nach Lösungen suche.

Weshalb sollte der nächste Bundesrat aus der italienischen Schweiz sein?

Gobbi: Sie nimmt eine Scharnierfunktion zwischen der Deutschund Westschweiz ein. Zudem steht in der Bundesverfassung geschrieben, dass die Sprachregionen und Landesteile angemessen in der Landesregierung vertreten sein sollten. Die Schweiz hat seit 16 Jahren keinen Tessiner Bundesrat mehr – so lange wie nie mehr seit dem 19. Jahrhundert. Es darf keine Selbstverständlichkeit werden, dass die italienische Schweiz nicht im Bundesrat repräsentiert ist. Die Tessiner sind begeisterte Schweizer. Aber ab und zu muss dieses Feuer neu entfacht werden.

Was könnten Sie als Bundesrat für den Kanton Tessin konkret herausholen?

Gobbi: In den letzten zwei Jahren sind immer wieder Bundesräte ins Tessin gereist, um den Kanton zu verstehen. Ich könnte die Positionen des Kantons Tessin und dessen Besonderheiten direkt einbringen. Der Kanton grenzt an die Lombardei mit zehn Millionen Einwohnern. Jeder vierte Arbeitnehmer ist ein Grenzgänger. An der Südgrenze herrscht seit langem grosser Migrationsdruck. Wir kämpfen mit Lohndumping. Der Kanton Tessin ist eine Art Warnlampe, der Entwicklungen vorwegnimmt, mit denen später auch andere Landesteile konfrontiert sind. Von dieser Erfahrung könnte der Bundesrat profitieren.

Die Zentralschweiz hatte, gemessen an der Bevölkerung, so wenige Bundesräte wie keine andere Region. Hätten wir es nicht auch wieder einmal verdient?

Gobbi: Das muss die Vereinigte Bundesversammlung entscheiden. Als Oberleventiner liegt mir die Gotthardregion und damit die Zentralschweiz am Herzen. Fans aus Uri, Schwyz und Ob- und Nidwalden sowie Luzern besuchen Hockeyspiele von Ambrì-Piotta.

Sie wären also auch ein bisschen ein Zentralschweizer Bundesrat?

Gobbi: Mit ein bisschen gutem Willen vielleicht ja. Ich wohne in Airolo. Altdorf erreiche ich mit dem Auto in 45 Minuten. Für Bellinzona brauche ich nicht weniger lang.

Im Kanton Tessin erfahren Sie viel Unterstützung, sind aber für viele linke Wähler auch ein rotes Tuch. Und der ehemalige Staatsanwalt Paolo Bernasconi hat Sie als Schande für das Tessin bezeichnet, weil Sie die Konfrontation anstatt den Konsens suchen würden.

Gobbi: Im Frühling wurde ich mit brillanten 73 540 Stimmen als Regierungsrat bestätigt. Die Regierung und der Kantonsrat, auch Vertreter linker Parteien, unterstützen mich. Auf der Strasse drücken mir viele Bürger die Daumen. Ein bisschen Kritik ist Teil des politischen Spiels. Ob man jemanden als konfrontativ bezeichnet oder nicht, hängt vom politischen Standpunkt ab. Unter dem Strich politisiere ich lösungsorientiert.

Sie verlangen Strafregisterauszüge für Ausländer, die eine Aufenthalts- oder eine Grenzgängerbewilligung beantragen. Damit gehen Sie auf Konfrontationskurs mit Justizministerin Simonetta Sommaruga (SP), die Sie für diesen Schritt gerüffelt hat. Können Sie sich vorstellen, mit ihr gut zusammenzuarbeiten?

Gobbi: Ich interpretiere diese Geschichte nicht so. Es handelt sich um eine Polizeimassnahme, die der Sicherheit dient. Und Sicherheit ist nicht eine Selbstverständlichkeit. Bundespräsidentin Sommaruga hat nach den Angriffen in Paris gesagt, Sicherheit sei ein hohes Gut, vielleicht sogar das höchste Gut, ohne Sicherheit werde alles schwierig. Da habe ich nichts hinzuzufügen.

Sprechen wir noch einmal über Eishockey. Sie haben auf den Zuschauerrängen im Jahr 2007 einen schwarzen Spieler des HC Lugano als «negro» bezeichnet. Wie erklären Sie diesen Ausrutscher bei den Anhörungen der Bundeshausfraktionen?

Gobbi: Es handelt sich um eine Jugendsünde, die ich bereue und für dich ich mich schon mindestens 1000 Mal entschuldigt habe, zuerst beim Spieler selber und danach bei den Verantwortlichen des HC Lugano. Ich habe daraus meine Lehren gezogen und halte gleichzeitig fest, dass ich deswegen nie angeklagt oder verurteilt wurde.

“Bin nicht stramm auf SVP-Linie”

“Bin nicht stramm auf SVP-Linie”

Da San Galler Tagblatt – Gerhard Lob

Der Tessiner Lega-Regierungsrat Norman Gobbi ist offizieller SVP-Bundesratskandidat. Er sieht sich als Brückenbauer zwischen den Landesteilen. Auf Jugendsünden angesprochen, sagt er: «Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.»

Vor einer Woche wurden Sie von der SVP als offizieller Bundesratskandidat nominiert. Was treibt Sie persönlich an, dieses hohe Amt anzustreben?
Norman Gobbi: Als Kandidat und Vertreter der italienischen Schweiz auf dem Dreierticket sehe ich mich in einer Scharnierfunktion für die Landesteile. Das ist wichtig. Ich will ein Brückenbauer sein – innerhalb der Schweiz zwischen den Sprachregionen und mit unsern Nachbarländern, insbesondere mit Italien.

Eine Reihe von Kommentatoren sprechen von einer Alibi-Kandidatur aus der italienischen Schweiz,zumal sie erst vor wenigen Tagen der SVP beigetreten sind.
Gobbi: Ich sehe mich nicht als Alibi-Kandidat. Das Tessin ist auch kein Alibi-Kanton, sondern vollwertiges Mitglied der Eidgenossenschaft. Die italienische Schweiz ist seit 16 Jahren nicht mehr in der Landesregierung vertreten. Daher würde meine Wahl die nationale Kohäsion stärken. Und in der Verfassung steht, dass die verschiedenen Landesteile in der Landesregierung angemessen vertreten sein sollen.

Aber es reicht ja wohl nicht, einfach Tessiner zu sein, um Bundesrat zu werden?
Gobbi: Ich bringe auch meine Person und politische Erfahrung als Gemeinde-, Kantons-, National- und Regierungsrat mit ein. Ich bin in interkantonalen Gremien tätig. Ich verfüge über Sachkenntnisse in Sicherheits-, Migrations- und Integrationsfragen und führe als aktueller Regierungspräsident der Repubblica e Cantone Ticino 1500 Mitarbeitende.

Ihr Verhalten aus dem Jahr 2007 sorgte für Schlagzeilen, als Sie einen schwarzen Eishockeyspieler des HC Lugano als «negro» bezeichneten und dafür gebüsst wurden.
Gobbi: Ich stehe zu meinen Jugendsünden und ich bin nicht stolz darauf. Ich habe mich auch entschuldigt. Aber schon in der Bibel steht: «Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.» Dieses Gebot hat man bei früheren Bundesräten mit Jugendsünden manchmal auch berücksichtigt und ist gut gefahren damit.

Sie sprechen von Jugendsünden. Doch Sie waren damals 30 Jahre alt und bereits Grossrat.
Gobbi Aus Fehlern lernt man. Heute bin ich Regierungsmitglied. Das Amt prägt und verändert. Mit Jugendsünden meine ich, wenn man erstmals etwas falsch macht. Heute bin ich in der Sache auch hart, aber stets mit Respekt.

Sie präsentierten sich als Brückenbauer. Doch Ihre Mutterpartei – die Lega – forderte wiederholt, Mauern zu bauen, insbesondere an der Grenze nach Italien. Wie geht das zusammen?
Gobbi: Man muss auch sehen, dass die Lega die einzige Partei war, die grenzüberschreitende Kontakte pflegte. Aber hier antworte ich heute als Norman Gobbi, als SVP-Bundesratskandidat, nicht als Lega. Ich bin Italien politisch gegenüber kritisch, aber in Sachen Sicherheit strebe ich eine enge Zusammenarbeit an.

Sie selbst haben dieses Jahr gefordert, die Grenzen zu schliessen und die Verhandlungen in Steuerfragen mit Italien abzubrechen. Das tönt nicht nach Brücken.
Gobbi: Die Einführung von Grenzkontrollen forderte ich im Juni dieses Jahres, als Italien darauf verzichtete, das Dubliner-Abkommen anzuwenden, indem nur noch jeder dritte Migrant erfasst wurde.

Die von Ihnen eingeführten Massnahmen für Grenzgänger und Aufenthaltsbewilligungen haben viel Staub aufgewirbelt und auch zu Kritik aus Bern geführt. Diese Woche nun wurde eine Massnahme zurückgenommen. Grenzgänger müssen kein Zertifikat über laufende Verfahren mehr bringen. Ist das ein taktisches Manöver vor der Wahl?
Gobbi: Nein, das ist ein Regierungsentscheid, um die Steuerverhandlungen mit Italien nicht zu blockieren. Aber die Pflicht, einen Strafregisterauszug für Bund G-Bewilligungen vorzuweisen, wird beibehalten. Daran werde ich nicht rütteln.

Die SP meint, es seien nur Kandidaten wählbar, die sich eindeutig zur europäischen Menschenrechtskommission bekennen. Tun Sie das?
Gobbi: Man kann gar nicht gegen Menschenrechte sein. Wenn man sie aber zu weit fasst, dann werden sie zahnlos und verlieren ihre Wirkung.

Unterstützen Sie die SVP-Initiative «Schweizer Recht statt fremde Richter»?
Gobbi: Die Selbstbestimmungs- Initiative der SVP stellt das Völkerrecht nicht in Frage. Sie will nur den schleichenden Souveränitätsverlust bremsen, der in einem immer engeren Netz von Abkommen, Verträgen und Nachvollzug entsteht und unsere Freiheit und die direkte Demokratie einschränkt.

Sie sind Lega-Regierungsrat, aber SVP-Kandidat. Kann man gleichzeitig zwei Parteihemden tragen?
Gobbi: Ich bin dankbar und freue mich, dass mich die SVP auf ihr Ticket genommen hat, obwohl ich nicht stramm auf ihrer Linie politisiere. Uns verbinden aber die gemeinsamen Werte, allen voran die Freiheit

“J’ai toute la légitimité pour cette candidature” UDC, dit Norman Gobbi

“J’ai toute la légitimité pour cette candidature” UDC, dit Norman Gobbi

Da rts.ch l “Si Norman Gobbi était né à Altdorf ou à Lausanne, il serait UDC, il n’y a pas de doute”, a expliqué l’intéressé lors du 19h30, en rappelant que la Lega dei Ticinesi (Ligue des Tessinois) était le seul parti de son canton à lutter contre l’adhésion à l’EEE dans les années 1990.

“C’est mon profil et pas celui de la Lega qui est présenté devant l’Assemblée fédérale”, a-t-il poursuivi, “J’ai ma façon de communiquer: dure dans les termes, correcte dans la forme et, surtout, orientée vers des solutions”.

Reconnaissant que son parti peut tenir des propos sensibles et que lui-même a pu faire des dérapages, notamment lorsqu’il avait traité un joueur de hockey de “nègre”, le politicien de 38 ans a assuré “avoir beaucoup appris”, notamment en enrôlant les fonctions de président du Grand conseil, de conseiller national et de conseiller d’Etat.

Reste qu’il ne va pas mettre de l’eau dans son vin. “Je préfère les choses pures”, a-t-il averti.

Le Tessin, un spécialiste des problématiques migratoires

Norman Gobbi a précisé que ce serait un atout pour le Conseil fédéral d’accueillir un Tessinois, ce qui n’est plus arrivé depuis 16 ans: “Le Tessin a une capacité à voir les problèmes avant qu’ils n’arrivent car le canton est un avant-terrain, par exemple pour les problèmes sécuritaires ou migratoires”. Le canton se situe à 20km de Milan et il est un point de passage entre la Méditerranée et le Nord, a-t-il souligné.

Ferme sur les frontaliers, Norman Gobbi s’est aussi fait remarquer en proposant de rétablir les contrôles à la frontière pour faire face à l’afflux de réfugiés. “Ce cri a permis de faire renforcer les contrôles aux frontières”, a-t-il soutenu.

http://www.rts.ch/info/suisse/7290991–j-ai-toute-la-legitimite-pour-cette-candidature-udc-dit-norman-gobbi.html

Norman Gobbi, Tessiner Regierungspräsident

Norman Gobbi, Tessiner Regierungspräsident

Da srf.ch Tagesgespräch l Bald wird ein neuer Bundesrat gewählt. Zur Auswahl der SVP steht auch Norman Gobbi. Der Präsident der Tessiner Kantonsregierung hat bei der Lega dei Ticinesi Karriere gemacht und ist der SVP erst vor einem Monat beigetreten. «Kein Problem, ich teile die Werte der SVP», sagt Gobbi im «Tagesgespräch».

Norman Gobbi, Lega dei Ticinesi, Vorsitzender des Staatsrates des Kantons Tessin. Der Tessiner Regierungspräsident tritt als Kandidat für den zweiten Bundesratssitz der SVP an.
Norman Gobbi, Lega dei Ticinesi, Vorsitzender des Staatsrates des Kantons Tessin. Der Tessiner Regierungspräsident tritt als Kandidat für den zweiten Bundesratssitz der SVP an. Keystone

Gobbi ist bekannt für sein loses Mundwerk und seine politischen Sololäufe. So verlangt er – zur Empörung Roms und zum Missfallen Berns – von italienischen Grenzgängern neuerdings einen Strafregister-Auszug. Nur so sei die Kriminalität wirksam zu bekämpfen, meint Gobbi. Dass sein Vorpreschen eine diplomatische Krise ausgelöst hat, kümmert ihn nicht so sehr. Ist Gobbi der richtige Mann für den Bundesrat? Und was zeichnet den lebenslustigen Leventiner aus, der von sich sagt, er sei etwas zu schnell nicht nur in die Höhe, sondern auch in die Breite gewachsen? Im ersten der drei Vorwahl-«Tagesgespräche» stellt sich Bundesratskandidat Gobbi dem Deutschschweizer Publikum vor. Marc Lehmann hat ihn im Regierungsgebäude von Bellinzona getroffen.

http://www.srf.ch/sendungen/tagesgespraech/norman-gobbi-tessiner-regierungspraesident

Botschafter der Urschweiz

Botschafter der Urschweiz

Da Weltwoche – Alex Baur l Die Wahl des Lega-Politikers Norman Gobbi in den Bundesrat wäre ein Akt der Vernunft. Der Tessiner könnte die politische Verspannung im Land lösen. Allerdings müssten viele über ihren Schatten springen – im Tessin, in der SVP, in der Bundesversammlung.

Die Nomination von Norman Gobbi, 38, zurzeit Präsident der Tessiner Regierung, dürfte einige politische Schwergewichte südlich des Gotthards arg in Verlegenheit gebracht haben. Vom Sozialdemokraten Roberto Mala­crida über den Freisinnigen Giovanni Merlini und Gabriele Pinoja von der Volkspartei bis zum Christlichdemokraten Filippo Lombardi stellten sich zwar fast alle öffentlich hinter den Bundesratskandidaten der SVP. Alles ­andere wäre in der Tessiner Öffentlichkeit schlecht angekommen. Seit sechzehn Jahren wartet die italienischsprachige Schweiz auf ­einen Vertreter im Bundesrat. Der kürzlich mit Glanzresultat wiedergewählte Staatsrat Gobbi ist nicht nur beim Volk beliebt. Selbst seine politischen Gegner räumen ein, dass der Lega-Mann in der kantonalen Exekutive tadellose Arbeit leiste.

Was hinter den Kulissen gedacht und geredet wird, ist eine andere Geschichte. Da wäre zuerst ein ganz praktisches Problem: Einen Tessiner Bundesrat gibt es bestenfalls alle zwanzig Jahre – wenn Gobbi gewählt würde, das wissen seine Zeitgenossen, könnten sie ­ihre eigenen Ambitionen getrost begraben. Vor allem aber gehört Norman Gobbi einer Partei an, der Lega dei Ticinesi, die eigentlich gar keine Partei ist, die schon oft totgesagt wurde und trotzdem oder gerade deshalb seit einem Vierteljahrhundert von einem Wahl­erfolg zum nächsten eilt. Mit fast dreissig Prozent Wähleranteil ist die Lega heute die stärkste politische Kraft im Tessin. Ausgerechnet diese Bewegung, die dem politischen Es­ta­b­lish­ment partout auf der Nase herumtanzt, soll nun den nächsten Bundesrat stellen? Eine bittere Medizin.

Keiner wurde so gelöchert
In der deutschen Schweiz wittern derweil ­einige Polit-Auguren hinter Gobbis Lancierung ein bauernschlaues Ablenkungsmanöver der SVP, welches die Gemüter besänftigen und den Weg für den Zuger Thomas Aeschi freischaufeln soll. Doch das ist zu kurz gedacht. Namentlich SVP-Präsident Toni Brunner, der den Coup dem Vernehmen nach bereits nach den Wahlen einfädelte, meint es sehr ernst damit. Und das hat nicht nur damit zu tun, dass sich die zwei Landeier aus dem Toggenburg beziehungsweise der Leventina persönlich bestens verstehen. Die beiden verkörpern nicht nur dieselbe Generation, sie ticken auch politisch zum Verwechseln ähnlich.

Die grössten Widerstände hatte der Tessiner vorab gleichwohl bei der SVP zu überwinden. «Keiner wurde bei den Hearings so gelöchert wie Gobbi», sagt einer, der dabei war. Man ­habe sich vor allem gefragt, ob der Lega-Mann nicht ein verkappter «Kantonalsozialist» sei. Denn in sozialen und wirtschaftlichen Fragen deckt sich das Programm der eher linken Lega nur bedingt mit jenem der SVP. Doch dem dreisprachigen Tessiner, der in der TV-­«Arena» locker bestehen könnte, gelang es, die Bedenken zu zerstreuen. Er schaffte die parteiin­terne Aus­marchung mit dem besten Resultat.

Das politische Umfeld erscheint gleichwohl alles andere als vorteilhaft für Gobbi. Doch 
das war bereits so, als er 1996 mit 19 Jahren ins Gemeindeparlament von Quinto gewählt wurde. Niemand gab der damals neuen Lega oberhalb des Monte Ceneri eine Chance. Sie trat mit bloss zwei Kandidaten an und eroberte vier Sitze. Und so ging es weiter: 1999 wurde Norman Gobbi überraschend ins Kantonsparlament gewählt, das er zehn Jahre später souverän präsidierte. 2010 gelang ihm der Sprung in den Nationalrat, wo er in der SVP-Fraktion poli­tisierte. 2011 folgte die Wahl in die Tessiner ­Regierung. ­Allen Warnungen zum Trotz fügte sich der Lega-Mann problemlos ins Kollegium ein und zeichnete sich schnell als zuverlässiger und dossiersicherer Pragmatiker aus.

Unterschätzter Bäckerssohn
Seine grösste Stärke ist vielleicht, dass man Gobbi stets unterschätzte. Als Bäckerssohn aus dem fernen Piotta bei Airolo hat man ­eigentlich keine Chance in der höheren Tessiner Poli­tik, wo alteingesessene Familien, gleich welcher Couleur, seit Menschengedenken die Pfründen unter sich aufteilen. Die Lega, die in den 1990er Jahren nach mehreren Korruptionsskandalen als Gegenbewegung zu diesem Establishment entstand, bot dem Provinzpolitiker Gobbi ­eine unverhoffte Chance. Der instinktsichere Lega-Häuptling Giuliano Bignasca erkannte sehr früh das Talent des ehrgeizigen Leventiners, der, wie er selber, aus einer freisinnigen Familie stammte. Damit hatte es sich allerdings bereits mit den Gemeinsamkeiten. Anders als der rotzfreche Bauhengst Bignasca war der Bergler Gobbi nie ein Mann grosser Worte. Doch Bignasca wusste nur zu gut, dass man oben in den Tälern nicht so hemdsärmlig politisieren konnte wie unten im urbanen ­Sottoceneri. Er liess Gobbi freie Hand.

Die ländliche Leventina ist ein karges Pflaster für einen aufgeweckten Jugendlichen. ­Aus­ser Eishockey gibt es da nicht viel. Die ­Begeisterung für den Heimklub Ambri bekam Norman mit der Muttermilch eingeflösst, doch allein schon aufgrund seiner körperlichen Konstitution schaffte es Gobbi auf dem Eis nie weiter als bis zum Schiedsrichter. ­Neben dem Militär, wo er es zum Offizier brachte, bot ihm die Politik eine Alternative.

Gobbis Ziel war allerdings ein ganz anderes, als er 1997 an der Universität in Zürich das ­Studium der Politikwissenschaften begann: Er wollte in den diplomatischen Dienst. Bis ihn 1999 die unverhoffte Wahl ins Kantonsparlament wieder ins Tessin zurückholte. Er wechselte in der Folge an die Universität in Lugano und schloss sein Studium in Kommunikation ab. Danach eröffnete er mit Partnern ein Beratungsbüro in der Leventina, das sich vor allem mit dem Tourismus befasste.

Wir treffen Gobbi zu einem kleinen Rundgang durch die schmucke Altstadt von Bellinzona. Jeder scheint ihn hier zu kennen, kaum einer geht vorbei, ohne zu grüssen. Das allein ist nicht aussergewöhnlich im kleinräumigen Ticino. Auffällig ist hingegen die Begeisterung, mit der seine Nomination für den Bundesrat hier gefeiert wird – und vor allem die schon fast mürrische Bescheidenheit, mit der Gobbi auf den Jubel reagiert. Gobbi ist nicht der Politiker, der das Bad in der Menge sucht, aber er scheut die Menschen auch nicht. Auf seine brummelige Art wirkt er ganz einfach authentisch.

Wenn einer als Teenager in die Politik einsteigt und bereits mit 38 Jahren auf das höchste Amt zusteuert, das in der Schweiz zu ver­geben ist, dann mag das auf den ersten Blick misstrauisch stimmen. Wie sehr muss sich ein Mensch verbiegen, um eine solche Karriere hinzukriegen? Sogar seine Ehefrau fand er über die Politik, aber nicht etwa im Plenarsaal oder in einer Parteizentrale, nein, Elena lei­tete das Bistro im Tessiner Parlament. Die ­Liaison ist irgendwie typisch für Gobbi: Bei ­allem ­Politisieren hat er die Bodenhaftung nie ver­loren. Er muss sich beim Volk nicht an­biedern, weil er einer aus dem Volk geblieben ist.

Tatsächlich konnte Gobbi nicht von einem Einzug in den Bundesrat träumen, als er der Lega beitrat. Auch wenn die Kandidatur in sich durchaus schlüssig ist: Wer sollte das Tessin besser vertreten als ein Vertreter der grössten politischen Bewegung, die auf nationaler Ebene seit 2003 in die SVP eingebunden ist?

Fauxpas auf dem Eis
«Lass dich wegen des Blicks nicht unterkriegen», bekommen wir bei unserem Rundgang durch Bellinzona mehrmals zu hören. Die «Neger-­Kampagne» des Boulevardblattes wurde im Tessin sehr wohl wahrgenommen, und sie kam sehr schlecht an. Vor bald zehn Jahren hatte Gobbi in der Hitze des Hockeyderbys ­Ambri–Lugano einen schwarzen Spieler als negro verspottet. Negro heisst auch auf Ita­lienisch nicht dasselbe wie nero (eine der Farben der bianconeri vom HC Lugano), was seine politischen Gegner genüsslich ausschlachteten. Gobbi hat sich schon tausendmal für den Fauxpas entschuldigt, zuallererst beim betroffenen Spieler, der die Sache locker nahm.

Der notorische Lega-Hasser und Ringier-­Promi Paolo Bernasconi – in der Deutschschweiz eine bekannte Grösse, in der Tessiner Politik ein Fliegengewicht – hat die uralte Geschichte effektvoll rezykliert. Nur: Für Bernasconi ist niemand wählbar, der rechts von ihm steht. Die Rassisten-Story zeigt letztlich vor ­allem eines: Wie wenig die deutsche Schweiz vom Tessin begreift – und wie bitter nötig es wäre, die italienische Schweiz wieder etwas ernster zu nehmen. Schon deshalb wäre es höchste Zeit für einen Tessiner Bundesrat.

Wenn die Tessiner der Masseneinwanderungsinitiative so massiv zustimmten, wie sie die Europäische Union ablehnen, hat das nichts mit hinterwäldlerischer Fremdenfeindlichkeit zu tun. Sondern mit der engen Nachbarschaft zu Italien, wo viele Probleme markant schärfer daherkommen als anderswo. Wenn beispielsweise über 60 000 Grenzgänger das Lohngefüge wie auch die Verkehrslage an den Rand des Kollapses bringen, helfen schöne Worte nicht weiter. Andererseits hatten die Tessiner bei aller Abgrenzung schon immer eine wichtige Brückenfunktion gegenüber Italien. Auch die Beziehungen zu Rom waren schon besser und bedürfen dringend ein wenig der Pflege.

Das lässt sich illustrieren an den Verhandlungen um das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Bern und Rom, die sinniger­weise in englischer Sprache geführt wurden. Als die Italiener die Verhandlungen unter­brachen, stellte die Tessiner Regierung auf Druck der Lega kurzerhand die Überweisung von Quellensteuern in die Lombardei ein. Das war wohl nicht ganz regelkonform, aber dennoch sehr erfolgreich. Anders als in Bern regte sich in Rom kein Mensch über den frechen Wink mit dem Zaunpfahl auf. Im Gegenteil, man nahm die svizzeri nun etwas ernster und setzte sich wieder mit ihnen an den Verhandlungstisch.

In seinem Büro referiert Norman Gobbi über die Tessiner Geschichte und das komplexe Verhältnis zur Schweiz. Der Mann in seinem Element, im Sekundentakt prasseln die historischen Figuren und Ereignisse auf den Zuhörer. Mit einfachen, aber präzisen Sätzen erklärt er, warum das seit über 500 Jahren an die Eidgenossenschaft gebundene Tessin nicht bloss ein Wurmfortsatz dieses Landes ist, sondern ein historisch gewachsenes, zentrales Element im Ausgleich zwischen der Romandie und der Deutschschweiz, zwischen Nord und Süd.

Im historischen Exkurs blitzen auch immer wieder Gobbis eigene Wurzeln durch: die ­eines Urschweizers, eines Nachkommen von Sennen, Säumern, Händlern und Festungswächtern am Gotthard, der Wiege der Eidgenossenschaft. Auch das gehört zum Tessin.

Gobbi ist kein Politiker der grossen Würfe. Die Neuerungen etwa beim Handelsregister oder bei der Polizei unter seiner Regie waren unspektakulär, bei der Justizreform harzt es. Auf die Frage, was seiner Ansicht nach seine grösste Leistung sei, nennt Gobbi die Personalpolitik, etwa bei der Evaluation des neuen Polizeikommandanten. Anders als in der ­Tessiner Politik üblich habe er sein Personal strikt nach fachlichen Kriterien und ohne Rücksicht auf parteipolitische Herkunft und Seilschaften ausgewählt. Eine Haltung, wie man sie sich auch für einen Bundesrat wünschen würde.

Ganz einfach authentisch: Politiker Gobbi.(Bild: Pius Koller (imago))

Il Gran Consiglio ticinese sostiene Norman Gobbi

Il Gran Consiglio ticinese sostiene Norman Gobbi

Candidatura al Consiglio federale del Consigliere di Stato e attuale Presidente del Governo ticinese Norman Gobbi . In data odierna l’Ufficio presidenziale del Gran Consiglio ha scritto al Gruppo dell’Unione Democratica di Centro (UDC) alle Camere federali associandosi pienamente al sostegno espresso dal Consiglio di Stato ticinese, nel suo scritto del 18 novembre 2015, alla candidatura del Consigliere di Stato e attuale Presidente del Governo ticinese Norman Gobbi alla carica di Consigliere federale. Così facendo, lo scrivente Ufficio presidenziale desidera sottolineare l’importanza che la Svizzera di lingua e cultura italiana torni a essere rappresentata, dopo un’assenza di sedici anni, in seno al Governo federale.

“Grazie ticinesi! A Berna per tutti voi!”

“Grazie ticinesi! A Berna per tutti voi!”

Dal Mattino della domenica l Il candidato ufficiale dell’Udc per il Consiglio Federale: “E’ una vittoria per tutta la Svizzera italiana, un onore rappresentarvi”

Trattiene a stento l’emozione. E sarebbe difficile fare altrimenti: è un Norman Gobbi particolarmente sorridente quello che incontriamo poche ore dopo la conferma che sarà inserito nel “tricket” di candidati per l’elezione in Consiglio Federale. Dopo tanti anni, il Ticino potrebbe quindi tornare ad avere un proprio rappresentante nell’Esecutivo Federale.

Norman Gobbi, le sue prime parole ieri, dopo l’annuncio della sua can-didatura ufficiale al Consiglio federale, sono state “lo spirito del federa-lismo vive!”. È una vittoria per il Ticino?

È una vittoria per tutta la Svizzera italiana, che da 16 anni non è più rap-presentata nel Consiglio federale. Con la sua scelta, il gruppo UDC ha riconosciuto il ruolo essenziale che essa svolge per il nostro Paese, valorizzando il federalismo, la pluralità culturale e la coesione nazionale.

Come sta vivendo questi giorni?

Sono giornate sicuramente molto intense, anche perché continuo a portare avanti le mie attività legate alla carica di Direttore del Dipartimento delle istituzioni e di Presidente del Consiglio di Stato. La mole di lavoro è dunque tanta, ma posso sempre contare sull’aiuto dei miei collaboratori più stretti e di quelli del mio Dipartimento. s

Cos’è cambiato alla sua quotidianità in queste settimane?

Invece di svegliarmi alle 6 mi sveglio alle 5 … (ride) Naturalmente, il ritmo si è fatto ancora più intenso, ma ciò mi stimola molto. Come prima, ognuno dei pochi momenti liberi lo dedico alla mia famiglia, a mia moglie e ai miei bambini. s s

Come è nata la candidatura?

Da una telefonata. Una telefonata che s’inserisce negli ottimi rapporti tra l’UDC e la Lega, che condividono gli stessi valori e che a luglio hanno firmato un accordo di collaborazione almeno fino al 2019. Come ho già detto, sono onorato che l’UDC abbia pensato a me e ringrazio la Lega che mi ha permesso di lanciarmi in questa sfida.

Si è emozionato quando ha scoperto che hanno pensato a lei?

Ammetto di sì. Un gesto non scontato che, oltre ad onorare la mia persona, porta onore alla mia terra, al nostro Ticino. Un segno che il maggior partito svizzero ha riconosciuto il ruolo fondamentale della Svizzera italiana e le problematiche con le quali essa è suo malgrado confrontata, specialmente negli ultimi anni.

È stato facile decidere?

Prima di tutto ho voluto discuterne con il Presidente dell’UDC Toni Brunner. Non mi sarei mai messo in gioco prima di averne parlato con lui e di aver verificato che la mia candidatura rispettasse gli statuti dell’UDC.

La prima persona a cui l’ha detto?

Naturalmente a mia moglie Elena, alla quale sono grato per avermi appoggiato e sostenuto anche in questa decisione importante.

In Ticino sono in tanti a sostenerla…

I Ticinesi hanno compreso che questa è una grande opportunità per il nostro Cantone! Ringrazio tutte le persone che in queste settimane mi stanno esprimendo il loro supporto, che mi dà ancora più forza ed energia in questo periodo intenso. Ringrazio anche i miei colleghi di Governo, che in settimana hanno sostenuto la mia candidatura, un gesto che ho molto apprezzato! s

… ma c’è anche chi scrive di non sentirsi rappresentato da lei.

Le critiche fanno parte della politica e ho abbastanza esperienza per saperci convivere. Penso che i 73’540 voti personali alle elezioni cantonali dimostrino come molti Ticinesi siano con me. È sempre impossibile fare l’unanimità, ma da ieri ho l’onore di rappresentare il Ticino e la Svizzera italiana in questa corsa.

Qualcuno ha messo in dubbio la sua collegialità, cosa risponde?

Nonostante la giovane età ho maturato una solida esperienza politica a livello comunale, cantonale e federale. Da quasi cinque anni quale Consigliere di Stato dirigo il Dipartimento delle istituzioni e come membro del Governo so benissimo cosa significhi la collegialità, un principio che rispetto ogni giorno nell’esercizio delle mie attività. s

Cosa ne pensa delle critiche del Blick?

Fanno parte del gioco. Più che delle critiche personali le interpreto come delle critiche nei confronti del Ticino. Negli ultimi anni questo giornale è sempre stato abbastanza critico con il nostro Cantone (vedi ad esempio il titolo “Tristezza Ticino”). Per questo motivo credo sia importante per il Ticino e per la Svizzera italiana far capire la propria importanza per tutto il Paese, peraltro sancita anche dalla Costituzione svizzera.

Pensa di potercela fare?

È difficile dirlo: le dinamiche di un’elezione federale sono sempre imprevedibili. Vado avanti tappa per tappa. Ora starà a me dimostrare le mie competenze e le mie capacità ai gruppi parlamentari degli altri partiti.

In caso di elezione, di cosa si vorrebbe occupare?

Come in ogni Esecutivo, penso che tutti i Consiglieri federali debbano essere pronti e capaci a dirigere qualsiasi Dipartimento. Per affinità rispetto alle attività fin qui svolte e alle competenze acquisite nella mia esperienza – penso ad esempio all’ambito della sicurezza – mi sento naturalmente più vicino al Dipartimento federale della difesa e a quello di giustizia e polizia.

Quali vantaggi può avere il Ticino ad avere un proprio Consigliere federale?

Porterei a Berna la prospettiva della Svizzera italiana in maniera più semplice ed efficace. Questo poiché conosco profondamente le problematiche che toccano da vicino il nostro Cantone e che sono difficili da comprendere se non le si vive sulla propria pelle. Inoltre, un Consigliere federale ticinese rafforzerebbe la sensazione di appartenenza del Ticino alla Svizzera, alla nostra Patria! s s

Aveva promesso il bagno nel Cadagno per l’elezione al Consiglio di Stato. E in caso di elezione al Consiglio Federale?

Rifammi la domanda il 9 dicembre… (ride, ndr). Di sicuro, c’è solo l’imbarazzo della scelta tra tutti i laghi che abbiamo in Leventina…

MATTIA SACCHI (ecco il pdf: il_mattino_della_domenica_20151122_3.pdf)

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Norman Gobbi

Nato a Faido il 23 Marzo 1977, è sposato con Elena ed è padre di due splendidi bambini. Amante dell’hockey e dell’esercito, dove è incorporato nello Stato Maggiore della Regione Territoriale 3, ha cominciato la sua attività politica a soli 19 anni, nel Consiglio comunale di Quinto per la Lega dei Ticinesi. Da lì, un’inar-restabile ascesa: Municipale a Quinto, Gran Consigliere, Consigliere Nazionale e dal 2011 Consigliere di Stato. Il prossimo 9 dicembre la grande occasione, come candidato Udc per il Consiglio Federale.

Gobbi: «Sono un costruttore di ponti»

Gobbi: «Sono un costruttore di ponti»

Da Corriere del Ticino, Giovanni Galli l Il ticket. Il presidente del Governo ticinese figura fra i tre candidati ufficiali dell’UDC per il Consiglio federale Con lui Thomas Aeschi e Guy Parmelin – Il capogruppo Amstutz: «Questo non è un esercizio alibi»

Quando Christoph Blocher, a lavori ancora in corso, si è presentato in Tv per dire che Gobbi era «un eccellente candidato», si è intuito che per il ticinese la candidatura ufficiale al Consiglio federale era cosa fatta. Il protrarsi della riunione del gruppo parlamentare poteva far supporre che fossero insorte complicazioni sulla strategia elettorale e sui nomi da sottoporre all’Assemblea federale il 9 dicembre, ma alla fine la decisione di principio di presentare un tricket con esponenti delle tre regioni linguistiche è stata confermata. I parlamentari UDC hanno scelto Norman Gobbi, lo zughese Thomas Aeschi e il vodese Guy Parmelin. «È un segno di riconoscimento al Ticino per il suo ruolo di coesione fra tutte le regioni», ha detto Gobbi. «Come rappresentante di una minoranza linguistica potrò costruire dei ponti sopra il Röstigraben ma anche sopra il Polentagraben. E verso i nostri Paesi vicini». Il capogruppo Adrian Amstutz ha relativizzato la questione della provenienza leghista di Gobbi. «Anche se è solo da poco membro del nostro partito, su molti punti la Lega e l’UDC la pensano allo stesso modo», ha spiegato, aggiungendo che alle Camere federali la Lega è parte integrante del gruppo democentrista. Si è pure detto convinto che i prescelti abbiano le capacità di lavorare in maniera collegiale qualora venissero eletti in Consiglio federale.

Si è votato separatamente per singola regione linguistica. Gobbi non aveva concorrenti ma ha subito strappato un largo consenso, ottenendo 72 voti su 81 al primo scrutinio. Per designare il candidato romando si sono rese necessarie due tornate: Parmelin è stato preferito ad Oskar Freysinger con 48 voti contro 29. Ancora più combattuta la scelta del candidato svizzero tedesco, con Aeschi che ha ottenuto l’investitura al quinto scrutinio dopo un testa a testa con il grigionese Heinz Brand (44 a 37). Sono state «respinte chiaramente», ha detto il capogruppo Adrian Amstutz, altre due ipotesi: quella di presentare un italofono e due svizzerotedeschi e quella di sottoporre al Parlamento quattro candidature: un ticinese, un romando e due svizzerotedeschi. «Se avessimo candidato due svizzerotedeschi sarebbe stata la fine per gli altri due pretendenti», ha poi spiegato il presidente Toni Brunner. L’UDC inoltre si è cautelata contro eventuali tentativi degli altri gruppi di opporre candidature alternative. Tutti gli esclusi (Heinz Brand, Thomas Hurter, Hannes Germann, Oskar Freysinger e Res Schmid) hanno detto che non accetteranno mai l’elezione. Non dovrebbe quindi rendersi necessaria la clausola statutaria che prevede l’espulsione di chi accetta l’elezione senza essere candidato ufficiale.

«Questa fiducia è la miglior risposta a chi aveva criticato la mia linea politica»

«Questa fiducia è la miglior risposta a chi aveva criticato la mia linea politica»

Dal Corriere del Ticino , Gianni Righinetti l Norman Gobbi, che effetto le fa essere ora candidato ufficiale dell’UDC?
«Indubbiamente di grande soddisfazione, ma anche di rispetto. L’UDC con la sua proposta ha dimostrato considerazione e profondo rispetto per il federalismo, quello con la F maiuscola, per le regioni linguistiche e per la coesione nazionale. Ha onorato la mia persona, la mia terra e il mio cantone».

Quali le emozioni e le sensazioni nel corso della lunga giornata d’esame?
«Come in ogni momento in cui si decide qualcosa di importante, indubbiamente ero un po’ teso, ma sempre positivo, con la certezza di essere arrivato al momento importante ben preparato. Ho sottolineato argomenti importanti, come il ruolo che gioca la Svizzera italiana nel nostro Paese. Evitando un rapporto bipolare, come quello tra romandi e svizzero tedeschi: la Svizzera italiana partecipa in maniera attiva alla coesione del Paese».

Ha ottenuto 72 voti su 81 potenziali. L’UDC è pronta a sostenere un ticinese?
«Credo di poter dire che questi numeri rappresentano la migliore risposta a tutte le critiche sulla mia linea politica. Evidentemente sono state poste anche delle domande critiche e l’atto di fiducia del gruppo UDC alla mia persona mi sembra che abbia spazzato via ogni potenziale dubbio».

Si è davvero espresso in Schwiizerdütsch?
«In realtà mi sono espresso in tutte le lingue nazionali, facendo anche una battuta in svizzero tedesco».

Ma quando ha parlato in italiano l’avranno capita?
«Nella deputazione ci sono anche italofoni e credo che altri sappiano un po’ d’italiano. In prevalenza ho parlato francese e tedesco».

Christoph Blocher ha detto ancora, con euforia, che lei è un candidato ideale. Soddisfatto?
«È un’attestazione di fiducia che mi soddisfa, come mi soddisfa il risultato e più in generale il clima positivo nel quale si è svolta l’audizione e l’intero processo. Ora tocca a me prepararmi in maniera adeguata per le audizioni negli altri gruppi e poi per il momento decisivo, la mattina del 9 dicembre, quando l’assemblea federale avrà l’ultima parola».

Ma per lei Blocher potrebbe anche risultare uno sponsor un po’ ingombrante al di fuori dell’UDC. O no?
«Non sta me giudicare o commentare queste ipotetiche situazioni. Io sono Norman Gobbi e apprezzo la fiducia e l’attestazione di stima da qualsiasi parte arrivino. Peraltro ne ho ricevuto anche da parte di esponenti di altre correnti politiche e di comuni cittadini».

Fino ad oggi molti in Ticino hanno un po’ nicchiato, affermando «aspettiamo, non è ancora nel ticket». Ora che c’è cosa si attende?
«Prima di tutto che da oltre San Gottardo ci sia attenzione e considerazione per la nostra realtà territoriale e culturale. La Svizzera italiana, da lungo tempo, da troppo tempo non è più presente in Consiglio federale. Questo aspetto è centrale e ora a chi di dovere comprendere e considerarne la portata, perché potrà giovare alla coesione nazionale. Dal Ticino? Certamente voci critiche, so bene che tutti non mi vogliono bene e non sarà la candidatura ufficiale a fermarli. Ma io ora rappresento il Ticino e la Svizzera italiana».

Il Governo, un po’ a sorpresa, si è già schierato compatto al suo fianco. Ora cosa si attende dalla Deputazione ticinese alle Camere federali?
«La deputazione farà le sue valutazioni, come sempre in queste situazioni. Tradizionalmente su queste questioni è sempre stata unita».

Lascerà la presidenza del Consiglio di Stato al suo vice Paolo Beltraminelli in queste calde settimane?
«Vedremo. Ne parlerò con lui e con i colleghi. Sarà uno dei compiti del weekend».

Quali saranno i prossimi passi in vista del 9 dicembre: si trasferirà a Berna?
«No. Sono e rimango consigliere di Stato. È il mio lavoro e non mi chiamo fuori».

Chi teme di più dei suoi avversari in questa difficile corsa?
«Non giudico i miei amici di lista o altri candidati. L’UDC ha valorizzato la pluralità culturale. È un segnale molto forte da parte del primo partito nazionale».

Quanti SMS ha ricevuto?
«Innumerevoli, credo che la memoria del telefonino sia messa a dura prova. Ora rientro in Ticino, avrò tempo per leggerli».

Dichiarazioni rese da Norman Gobbi alla Conferenza stampa del Gruppo UDC alle Camere federali

Dichiarazioni rese da Norman Gobbi alla Conferenza stampa del Gruppo UDC alle Camere federali

20151120 CS Norman Gobbi

Lo spirito del federalismo vive! L’esprit du fédéralisme vit! Der Geist des Föderalismus lebt!
Mit ihrem Entscheid bekennt sich die SVP-Fraktion zu einer multikulturellen Schweiz.
Con la scelta di oggi, oltre che onorare la mia persona, il gruppo porta onore alla mia terra e a tutta la Svizzera italiana, riconoscendone il ruolo essenziale nel nostro Paese.

Vor allem aber zeigt die SVP…

Respekt vor der Bundesversammlung. Denn mit drei Kandidaten aus drei verschiedene Landesteilen und Sprachregionen bekommt sie eine echte Auswahl vorgesetzt.

Respekt vor der Bundesverfassung: la Constitution fédérale prévoit que les diverses régions et les communautés linguistiques doivent être équitablement représentés, déjà au stade des propositions. La Suisse italienne n’est plus représentée au sein du Gouvernement fédéral depuis seize ans: avec ma candidature officielle, le fédéralisme, la cohésion et la pluralité culturelle sont valorisés.

Respekt vor der “Repubblica e Cantone del Ticino”. Das Tessin leistet einen wichtigen Beitrag für die Kohäsion des Landes. Es verhindert bipolare Verhältnisse in der Schweiz, so wie sie beispielsweise in Belgien herrschen. Der Entscheid der SVP ist daher auch ein Zeichen der Anerkennung für die wichtige Rolle, die das Tessin in unserem Land spielt.

Ich bin überzeugt, dass ich als Vertreter einer sprachlichen Minderheit mithelfen kann, Brücken zu bauen. Je sais construire des ponts entre les Romands et les Tessinois, entre la Suisse italienne et la Deutschschweiz, et particulièrement entre les Romands et les Suisses allemands.

Als Vertreter der italienischsprachigen Schweiz sehe ich mich als Brückenbauer, als Brückenbauer über den Rösti- und Polentagraben, aber auch als Brückenbauer zwischen der Schweiz und unseren Nachbarländern!

 

Berna, 20 novembre 2015